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von Georg Philipp Telemann (1681-1767)

 

 

Der Barockmeister Georg Philipp Telemann fand seine berufliche Erfüllung in Hamburg, wo er bis zu seinem Tod als städtischer Musikdirektor für die „konzertante“ Kirchenmusik an allen 5 Hauptkirchen verantwortlich war und viele weitere Aufgaben zu erfüllen hatte.

Er hinterließ ein gigantisches Werk: etwa 700 Arien und 600 Konzerte für viele Besetzungen, mehr als  40 Opern, die meisten Kompositionen mit eigener Hand in Zinn gestochen. Telemann schrieb auch 46 Passionen nach den vier Evangelisten, in jedem Jahr eine neue, die dann in den 5 Hauptkirchen Hamburgs reihum aufgeführt wurden. Stilistisch legte er darin den Weg vom Barock bis zur Frühklassik zurück. Die Hälfte dieser 46 Passionen, darunter gleich elf Versionen der Lukaspassion, sind erhalten geblieben.

Die im Konzert erklingende Lukaspassion von 1744 hat ihren Schwerpunkt auf fulminanten, knappen Turba-Chören
(Turba: lat. „Volkshaufen“, „Trubel“; Chorsätze, die Menschengruppen darstellen, die am Geschehen unmittelbar beteiligt sind anstatt die Handlung zu kommentieren) und melodisch einfachen, aber ausdrucksstarken und innigen Arien. Telemann folgt in dieser Passion dem spätbarocken Stil ähnlich den Passionen Bachs. Typisch dafür ist etwa die Überhöhung der Jesusworte durch Streicherbegleitung. Auffällig ist, dass ganz im Gegensatz zu anderen Passionsmusiken dieser Zeit, nur drei Choräle erklingen: zu Beginn, während der Ölbergszene und am Schluss.

Passionsmusiken schildern das Leiden und Sterben Jesu mit den musikalischen Stilmitteln der jeweiligen Epoche. Vertont wird meistens das Geschehen vom Gründonnerstag bis zum Karfreitag Abend. Bis zur Barockzeit war es üblich, Passionsvertonungen konsequent nach dem Text einer der vier Evangelisten zu vertonen. Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts kamen auch freie Nachdichtungen hinzu. Die oratorische Passion, zu dessen Gattung auch Telemanns Lukas-Passion gehört, ist im Prinzip eine geistliche Oper. Nur wäre es im 18. Jahrhundert undenkbar gewesen das Passionsthema szenisch darzustellen. So erklangen diese Werke je nach Stadt am Karfreitag Nachmittag im Gottesdienst oder in Konzerten während der Passionszeit.

Die Stilmittel entstammen fast ausnahmslos der Oper: die Rezitative bringen den Text wörtlich nach der Heiligen Schrift und treiben so die Handlung voran; hauptsächlich singen hier der Evangelist (Erzählung und indirekte Rede) und Jesus (direkte Rede). Der Chor hingegen singt alle Texte des Volkes oder einzelner Gruppen – und außerdem, gewissermaßen als Spezialität der Passionswerke, die Handlung betrachtende und reflektierende Choräle – im Fall der Lukaspassion auch als Eröffnungs- und Schlusschor. In den Arien wiederum können Solisten und Instrumentalisten ihr Können unter Beweis stellen; die Arientexte deuten jeweils das kurz zuvor im Rezitativ Gehörte aus.

Georg Philipp Telemann ist wohl der Komponist mit dem umfangreichsten Lebenswerk und lässt dabei mengenmäßig alle hinter sich. Das brachte ihm ab dem 19. Jahrhundert den Ruf eines flachen Vielschreibers ein, nicht zuletzt weil der Klang der damaligen Instrumente und die nötigen Kenntnisse der Aufführungspraxis verschüttet waren.
Viele Neueditionen der letzten 30 Jahre und Wiederaufführungen seiner Werke aber zeigen: er war einer der geistvollsten und phantasiereichsten Musiker seiner Epoche! Als Student in Leipzig komponierte Telemann Opern und gründete das später von Bach geleitete Collegium musicum, so dass Leipzig bald ein Zentrum moderner Musik wurde.
Über Stationen beim Grafen in Sorau und am Eisenacher Hof kam Telemann 1712 als städtischer Musikdirektor nach Frankfurt am Main. Eine Berufung an die Thomaskirche in Leipzig lehnte er ab. Das Amt bekam dann der zweitbeste: Johann Sebastian Bach (dessen Sohn Carl Philipp Emanuel übrigens Telemann Pate war).


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Herzliche Einladung zu diesem Konzert!

am

Samstag, 30. März 2019, 19 Uhr
 
 
Georg Philipp Telemann
 
Lukas-Passion

1744

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Mitwirkende:

Nina Laubenthal, Sopran
Magnus Dietrich, Tenor (Evangelist/Arien)
Berthold Schindler, Tenor (Soliloquenten)
Benedikt Eder, Bass

 

Barockorchester Nymphenburg
Nymphenburger Kantatenchor

Maria Baron, Leitung

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Eintrittspreise: 27/22/17 EUR, erm. jeweils um 5 EUR bei folgenden Voraussetzungen:
Ermäßigungen erhalten:
Schüler, Studenten, Behinderte, die Inhaber von München Pass (Sozialhilfeempfänger)

 
Karten: an der Abendkasse,
im Vorverkauf bei Bürobedarf Scheibner (089/ 16 17 46),
im Pfarramt (089/17 14 50 0) und bei allen
München Ticket-Vorverkaufsstellen oder unter: 089/54 81 81 81
Auch über Chormitglieder besteht die Möglichkeit, Karten zu bestellen und zu erhalten.
s. Extraseite: Termine & Karten
 
Der Kartenvorverkauf hat begonnen in den o.a. Vorverkaufsstellen. _________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Weitere Konzerte in diesem Jahr:

Freitag, 28. Juni 2019, 20,00 Uhr

SOMMERKONZERT
Werke a cappella und mit Klavier

Nymphenburger Kantatenchor
Leitung: Maria Baron

Eintrittspreise: 20/15/10 EUR, erm. jeweils um 5 EUR


Sonntag, 10. November 2019, 18,00 Uhr

Wolfgang A. Mozart "C-Moll-Messe"
Respighi Concerto a cinque

Werke für Chor und Orchester
Solisten, Ensemble Nymphenburg

Nymphenburger Kantatenchor
Leitung: Maria Baron

Eintrittspreise: 30/25/20 EUR, erm. jeweils um 5 EUR

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